Island liebt nicht nur das Fussballspielen, sondern auch das Singen und immerhin 5% der 340.000 Einwohner singen im Chor – das macht 17.000 Chorsänger. Die Gesangsausbildung in Wien zu absolvieren hat in Island eine lange Tradition. Überdies lehrte die isländische Professorin Svanhvít Egilsdóttir (1914 – 1998) ein viertel Jahrhundert lang an der Abteilung für Sologesang, dem heutigen Institut für Gesang und Musiktheater.

Im Konzert “Polarlicht – Island und seine Lieder” am 29.11. 2016 um 19 Uhr haben isländische Studierende des Instituts für Gesang und Musiktheater der mdw und der MUK Privatuniversität beliebte isländische Kunstlieder im Schlosstheater Schönbrunn gesungen. Außerdem wurde eine Impression GLAS_KLÄNGE – über ein isländisches Volkslied aus der Feder einer österreichischen Studierenden im Fach Komposition uraufgeführt. Umrahmt wurden die musikalischen Beiträge mit Texten und Bildprojektionen aus Island. Das Konzert stand unter der Schirmherrschaft der isländischen Botschafterin Gréta Gunnarsdóttir. Es war ein Erlebnis der besonderen Art!

Musikkritik von ROTART: „Es ist schon sehr spannend wenn im Schönbrunner Schlosstheater, in dem bereits Mozart aufgetreten ist, Lieder aus dem Land der Edda und dem Land der Trolle und Feen gesungen werden. Zwischen Island und Österreich gibt es schon eine lange musikalische Beziehung stellt die an der Musikuni Wien unterrichtende islandische Professorin Rannveig Braga-Postl fest. Das Kunstlied hat in Island erst eine ca 100 jährige Tradition und wurde massgeblich von Östereichern beeinflusst. So entstand die Idee, einen Liederabend mit in Wien studierenden Sängerinnen und Sängern zu gestalten. Schon der Einzug des Ensembles war sehr berührend. Die Künstler betraten die Isländische Volksweise Island ! Farsaelda fron singend die Bühne. Ein Lied voll Kraft und Energie, geradlinig, ohne Schnörksel wie die rauhe Landschaft dieses interessanten Landes. In den Liedern ist ständig der Bezug zur Natur, die Sehnsucht nach Licht und Wärme herauszuhören. Ein Gemisch aus Schwermut und Fröhlichkeit. Die Stimmen der jungen Sängerinnen und Sänger sind klar und sehr kräftig – geformt durch die Natur Islands. Lieder sollen ja Bilder im Kopf enstehen lassen. Der jungen isländischen Mezzosopranistin Arnheidur Eiriksdottir ist dies mit dem Lied „Ankündigung“ bestens gelungen. Es handelt vom Selbstbewusstsein der isländischen Frau und endet mit den Worten : ich gehöre mir selbst. Kraftvoll und selbstsicher vorgetragen erreichte sie mit ihrer Stimme die Zuhörer auch diejenigen, welche die isländische Sprache nicht verstehen. Beeindruckend schilderte der isländische Bass Unnstein Anason das schwere Leben einer Bettlerin. Gefallen hat mir noch der sehr kräftige Bariton Kristjan Johannesson welcher mit seiner Stimme den Berg öffnete um die Elfen herauszulassen. In Island wird ja auf Feen sehr Rücksicht genommen und sie dürfen nicht gestört werden. Ich bin sicher, dass Feen, Elfen und Trolle in den Logen gesessen sind und diesen Abend sehr genossen haben.“ 

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